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Unsere Landeshauptstadt Dresden

Allgemeines

  • DRESDEN ist die Hauptstadt des Freistaates SACHSEN, des nach der Bevölkerungszahl (4,8 Millionen) sechstgrößten Landes der Bundesrepublik
  • Einwohnerzahl: ca. 480.000 (15. größte Stadt der Bundesrepublik)
  • 1939: 630.000 Einwohner
  • Wohnungen: ca. 240.000
  • an den 6 Hochschulen / Universitäten der Stadt sind 21.000 Studenten eingeschrieben
  • Gesamtfläche der Stadt: 225 km², davon fast 100 km² als land – und forstwirtschaftliche Fläche ausgewiesen, 32 km² als Erholungsflächen
  • DRESDEN befindet sich etwa auf dem selben Breitengrad wie CALGARY und etwa auf dem selben Längengrad wie NEAPEL
  • Der Altmarkt liegt 113 m über NN, der tiefste Punkt der Stadt in DRESDEN–STETZSCH 102 m über NN, der höchste Punkt im Stadtteil BÜHLAU 315 m über NN
  • Die in DRESDEN etwa 113 m breite ELBE (Fahrbreite 40 m) durchfließt die Stadt auf einer Länge von insgesamt 25 km
  • Im Stadtgebiet führen insgesamt 7 Brücken über die ELBE

Stadtgeschichte (1)

  • Elbtalkessel zwischen MEISSEN und PIRNA seit der Altsteinzeit besiedelt
  • Ab dem 7. Jahrhundert bewohnten sorbische Stämme das Gebiet, die 929 durch Heinrich I. unterworfen wurden, der die Burg MEISSEN gründete
  • Anfang des 12. Jahrhunderts begann mit Konrad dem Großen die über 800jährige Herrschaftszeit der WETTINER in SACHSEN
  • 1143 kam das Gebiet des heutigen DRESDENS in den Besitz der WETTINER, damals von slawischen Auenwaldbewohnern besiedelt, denen das 1206 erstmals als DREZDANY urkundlich erwähnte – links der ELBE gelegene – Dorf seinen Namen verdankt 1216 erste Erwähnung als Stadt (die von deutschen Siedlern planmäßig gegründete Siedlung stand am TASCHENBERG, etwas abseits vom alten Slawendorf)
  • ab 1275 führte eine feste Brücke auf die andere Seite der ELBE in das Dorf NISAN, daß ab 1370 ALTEN-DRESDEN hieß (Stadtrecht 1403), später – nachdem der Stadtteil 1685 restlos abgebrannt war und planmäßig wieder aufgebaut wurde – bürgerte sich die Bezeichnung NEUSTADT ein
  • bis zum Ende des 15. Jh. blieb DRESDEN mit seinen 6.000 Einwohnern eine relativ unbedeutende Landstadt

Stadtgeschichte (2)

1485 zerstritten sich die WETTINER und teilten sich in die Linien der ERNESTINER (Wittenberger Land und den größten Teil Thüringens) und die ALBERTINER (Mark Meißen, das Leipziger Gebiet und den nördlichen Teil Thüringens). DRESDEN wurde anstatt MEISSEN Residenzstadt der ALBERTINER; es begann eine Blütezeit der Stadt, die bis zum Dreißigjährigen Krieg anhielt (mehr als Verdoppelung der Einwohnerzahl, Umbau der Burg zum Renaissance–Schloß, Abriß der Stadtmauern und Ersatz durch ein "modernes" System steinerner Wälle und Bastionen; Kunst und Kultur blühten, es wurden am Hof üppige Feste gefeiert). Trotz schwerster Zerstörungen konnte sich SACHSEN vergleichsweise schnell von den Folgen des 30jährigen Krieges erholen. 1694 wurde Friedrich August I., genannt auch August der Starke, neuer Kurfürst von Sachsen; nur 3 Jahre später wurde er als August II. auch König von Polen; ? für DRESDEN begann damit die klassische Zeit (das "Augustinische Zeitalter"). August der Starke förderte das Manufakturwesen, lockte Handwerker und Handelsleute ins Land und ließ das Straßennetz verbessern: die Wirtschaft boomte und brachte dem absolutistischen Monarchen satte Einnahmen. Und die brauchte er auch dringend, denn unter seiner Herrschaft begann der Umbau DRESDENS von der Renaissancestadt zur Barockstadt (im Mittelpunkt der berühmte DRESDNER ZWINGER) und August investierte Riesensummen in seine Leidenschaft für Kunst und Kultur (natürlich auch in seine Leidenschaft für Frauen, die ihm neben einem einzigen ehelichen Sohn angeblich mehr als 300 Kinder mit den verschiedensten Frauen und den Beinamen "der Starke" einbrachte!). In der Stadt wurde es in dieser Zeit immer enger: zwischen 1699 und 1727 hatte sich die Einwohnerzahl von 21.000 auf 46.000 mehr als verdoppelt; Armut und Elend breiteten sich nicht zuletzt aufgrund der immensen Abgaben und Steuerlast aus, die August erhob um seine kostspieligen Vorhaben zu finanzieren; auch die Kriege, die er als König von Polen verloren hatte, waren nicht gerade billig. Zum Glück hatte 1708 Johann Friedrich Böttcher für den Monarchen das "weiße Gold" erfunden: das Meißner Porzellan, das viel Geld in die chronisch leere Staatskasse brachte. Aber auch unter Augusts Nachfolgern verbesserte sich die Lage der Bevölkerung nicht: erfrorene und verhungerte Menschen wurden in den Straßen gefunden, während der Hof weiterhin rauschende Feste feierte. Der 7jährige Krieg (1756 – 1763) brachte das Ende des "Augustinischen Zeitalters": 1760 wurde DRESDEN durch preußische Truppen beschossen, schwer zerstört und anschließend besetzt; die Bevölkerung sank um ein Drittel auf rund 44.000: 1763 starb Friedrich August II., die polnische Königskrone ging verloren.

Links der Albertbrücke

  • An den Wochenenden auf den Elbauen interessanter Floh– Markt

(ehemaliges) Messegelände

  • im Vergleich zu LEIPZIG und HANNOVER unbedeutend – jetzt gläsernes VW– Werk für Luxuslimousinen (VW Phaeton)

Großer Garten

  • rund 2 km² groß, DRESDEN größter und schönster Park – errichtet ab 1676 als Lustgarten im französischen Stil mit 6 erhaltenen Kavaliershäuschen; der"Große Garten" war damals nur für die "High Society" zugänglich (von Mauern umgeben) im "Großen Garten" befindet sich u. a der DRESDENER Zoo, gegenüber dem westlichen Haupteingang das Hygienemusem des Odol– Mundwasser– Fabrikanten Lingner

Botanischer Garten

Parkeisenbahn

5,6 km lange, von Schülern (unter Aufsicht Erwachsener) betriebene Schmalspurbahn

Palais

im Zentrum des "Großen Gartens" 1678/83 errichtetes Barockpalais (wird z. Zt. wieder aufgebaut)

Stadtgeschichte (3)

Die Sachsen waren in kriegerischen Auseinandersetzungen regelmäßig wenig erfolgreich, denn die sächsischen Herrscher hatten ein Gespür dafür, sich immer wieder auf die Seite der späteren Verlierer zu schlagen. Zum Beispiel war das Königreich Sachsen während der Befreiungskriege mit Napoleon I. verbündet, und gehörte damit bei der "Völkerschlacht bei Leipzig" zu den Verlierern. Nach dem Wiener Kongreß 1815 verlor Sachsen über die Hälfte seines Territoriums und wurde politisch bedeutungslos, in DRESDEN gingen die Bürger zum erstenmal 1790, dann 1831 und 1848/49 gegen den feudalen Ständestaat auf die Barrikaden. Der letzte Aufstand konnte nur mit Hilfe preußischer Truppen niedergeschlagen werden,gleichzeitig begann sich DRESDEN zu einem wichtigen Industriezentrum zu entwickeln. Zwischen 1852 und 1895 stieg die Bevölkerungszahl von 100.000 auf 336.000. Damals veränderte die Stadt erneut ihr Gesicht, Semperoper, Kunstakademie, Ständehaus und Ausstellungspalast entstanden neu. Unter anderem wurden das Zeughaus (Albertinum) und das Schloß im großen Stil umgebaut. Nach dem Abdanken des letzten sächsischen Königs, Friedrich August III., am 13. November 1918, verlor DRESDEN endgültig einen einstmals wesentlichen Faktor der Stadtentwicklung, den Hof.

Israelischer Friedhof und Synagoge

Universitätsklinikum der TU

  • mittlerweile eine der modernsten Herzkliniken Deutschlands, ist der TU DRESDEN angegliedert

Villen in der Goetheallee

Elbwiesen am Käthe– Kollwitz– Ufer

Stadtgeschichte (4)

1939 gehörte DRESDEN mit seinen 630.000 Einwohnern zu den wichtigsten Städten im Deutschen Reich, am 13./14. Februar 1945 wurde die Stadt durch britisch– amerikanische Bombenangriffe schwer zerstört, etwa 30.000 Menschen wurden getötet (einige Quellen sprechen von deutlich höheren Opfern). Die Flammen wüteten 5 Tage,die Bombenangriffe begannen nach kurzer Vorwarnzeit am Abend des 13.02. kurz nach 22.00 Uhr und endeten am Folgetag mit einem amerikanischen Tagangriff. Ca. 60 % der DRESDNER Wohnungen wurde zerstört, die südlich der ELBE gelegene Altstadt fast völlig "dem Erdboden gleichgemacht". Zahlreiche Opfer waren in der Stadt und auf den Elbwiesen befindliche Flüchtlinge, die vorwiegend aus SCHLESIEN vor der heranrückenden Roten Armee in die Elbmetropole geflüchtet waren. Die Kuppel der Frauenkirche hielt nach den Bombenangriffen noch 2 Tage, bevor die ausgeglühten Reste in sich zusammenstürzte. Die militärischen Einrichtungen in der ALBERTSTADT und im Bereich des Flugplatzes KLOTZSCHE erhielten nur wenige Bombentreffer. Ebenso wurden nur wenige Industrieanlagen durch die Bomben des Zweiten Weltkrieges zerstört. Deutlich schwerer wurden die Dresden Hotel / Wirtschaft allerdings durch die Industrie– Demontage der sowjetischen Besatzungsmacht getroffen. Im Laufe der Jahre stieg DRESDEN jedoch wieder zu einer wichtigen Industriestadt auf mit Schwerpunkten im Maschinenbau, Nachrichten– und Meßtechnik, Elektroapparatebau und Mikroelektronik. Der Wiederaufbau DRESDENS nach dem Krieg gestaltete sich als Stückwerk, für die autogerechte "sozialistische Großstadt" wurde die historische Struktur der Stadt zerstört, dafür beseitigte man wiederaufbaufähige Ruinen und ganze Straßenzüge. Seit 1952 war DRESDEN nur noch eine von 15 Bezirkshauptstädten der DDR – mit Magistralen und Aufmarschplätzen. Nur einige Schlüsselbauwerke wie Zwinger und Semperoper wurden intandgesetzt, gleichzeitig verfielen ganze Stadtteile. DRESDEN gehörte zu den Zentren der "friedlichen Revolution", die in der Stadt allerdings teilweise gar nicht friedlich verlief. In den Nächten des 3. u. 4. Oktober 1989 provozierte die SED– Stadtführung blutige Auseinandersetzungen, bei denen Hunderte verletzt und festgenommen wurden. Mittlerweile ist DRESDEN nach Jahren der Provinzialität wieder auf dem besten Wege, wieder zu einer der wichtigsten und schönsten Städte Deutschlands zu werden. Bis zum 800jährigen Stadtjubiläum 2006 sollen die tiefsten Narben, die Krieg und sozialistischer Wiederaufbau hinterlassen haben, beseitigt sein. Unter anderem sollen bis 2006 die Frauenkirche und das Schloß fertiggestellt sein.

Elbwiesen

Auf den Elbwiesen (linkselbisch) wurden in einer etwa 2 m starken Schicht die Überbleibsel der zerstörten Stadt abgelagert. Dieser Bereich darf nicht bebaut werden.

Brücken (von West nach Ost): Marienbrücke, Augustusbrücke (führt auf den Schloßplatz), Carolabrücke, Albertbrücke – Loschwitzer Brücke ("Blaues Wunder"), errichtet 1893 (eine der ersten Hängebrücken Europas, Spannweite zwischen den Uferpfeilern 141 m)

Auf der gegenüberliegenden Elbseite von West nach Ost:

  • a) Wasserwerk "Saloppe", mittlerweile mit Gastwirtschaft
  • b) Weinanbau (mittlerweile weniger geworden) – bekannter sind die Weinanbaugebiete um MEISSEN
  • c) "Schloß Albrechtsberg" (erbaut 1850/54 für Prinz Albrecht von Preußen, der aufgrund nichtstandesgemäßer "Frauengeschichten" ins sächsische Exil gegangen war): spätklassizistisches Bauwerk mit nur 100 Zimmern
  • d) "Villa Stockhausen" (erbaut 1850/52 für den Hofmarschall des o.a. Prinzen, den Baron von Stockhausen); wurde 1916 durch den damaligen Besitzer, den Odol– Fabrikanten Karl August Lingner (derselbe der das Hygiene-Museum errichten ließ), der Stadt vermacht.
  • e) "Schloß Eckberg" (erbaut 1859/61 für einen Großkaufmann namens Souchay); Tudor– Stil, heute Hotel
  • f) früherer Wohnsitz des Ex-Ministerpräsidenten von Sachsen, Kurt Biedenkopf ("König Kurt"); Neubau für die Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR
  • g) Oben am Hang Neubau des Restaurants und Hotels "Luisenhof"
  • h) Zum "Luisenhof" führt – nicht einsehbar! – eine Standseilbahn (erbaut 1895; Distanz 547 m, Höhenunterschied 99 m)
  • i) Schwebeseilbahn zwischen Pillnitzer Landstraße und Loschwitzhöhe (1898 – 1900, Höhenunterschied 84 m)
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